Die Parabel von den roten Papageien
Es waren einmal eine Horde von armen Papageien, denen die Natur das Überleben versagte. Deshalb rotteten sie sich zusammen, um gemeinsam zu überlegen und zu organisieren, wie man das ändern könnte.
Sie kamen zu dem Entschluss, daß die von ihnen, die am lautesten krähen mit Hilfe der Gruppe ebenfalls auf die Baumkronen der Feigenbäume mit den Früchten von der Gruppe befördert wurden, wo es sich bereits grüne, gelbe, schwarze und rosa Papageien gemütlich gemacht hatten, um die leckeren Früchte zu essen.
Gesagt, getan, sie schafften es, einige von ihnen dort zu plazieren, in der Hoffnung diese würden dort den Baum schütteln, so daß leckere, reife Feigen für alle auf den Boden fallen.
Aber, nach einer Weile passierte nicht, es kamen weder Feigen vom Baum, noch kamen die roten Artgenossen, um ihnen was zu Essen vorbeizubringen. Deshalb verließen einige die Papageienhorde um sich anderswo nach etwas Essbarem umzuschauen. Dennoch verharrten einige rotgefiederte Papageien weiterhin am Boden in der Hoffnung, daß noch etwas passieren würde.
Aber, es passierte nichts. Die rotgefiederten Genossen blieben auf den Bäumen, um gemeinsam mit den schwarz-, blau-, gelb- oder rosagefiederten Artgenossen den Feigenbaum leer zu fressen.
Die übriggebleibenen rotgefiederten Papageien warten stattdessen immer noch, daß ihre Genossen auf den Bäumen entweder den Baum schütteln oder einmal zu ihnen nach unten zu kommen, um zu erzählen, was man gemeinsam noch anstellen könnte um die Hungersituation zu ändern. Aber stattdessen kamen sporadisch schriftliche Nachrichten vom Baum, in denen beschrieben wurde, wie interresant es doch oben auf dem Baum ist und weshalb es so wichtig ist, daß gerade sie dort oben auf den Bäumen sitzen.
Derweil warten die anderen Papageien, daß der Baum bald leergefressen ist, so daß ihre rotgefiederten Genossen ebenso wie die schwarzen, blauen, grünen ud rosa Papageien wieder auf den Boden zurückkommen, da sie nur mit Hilfe ihrer gleichfarbigen Artgenossen auf den nächsten reifen Feigenbaum befördert werden können.
Und die Moral von der Geschicht’ ?
Ist doch egal, ob Papageien rote, grüne oder lila Federn haben, solange einige hungern und die anderen satt sind.
Oder worum geht es ?
Einen “Schlachtplan” zu entwickeln um mehr rote Papageien auf mehr reife Feigenbäume zu befördern, oder darüber nachzudenken, wie man die reifen Feigen besser an alle hungrigen Papageien verteilen kann ?
Geschrieben von Ralf Bertram (Ortsbeirat 5 der Stadt Frankfurt am Main)
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